Pflegesessel - Krankenkassen-Zuschuss - Verordnung

Ein Reha-Sessel ist nicht nur ein attraktives, wohnliches Möbel. Er erleichtert vor allem den Alltag von und mit pflegebedürftigen Personen, deren Mobilität eingeschränkt ist. Bewegungen werden unterstützt und selbständige Aktionen unterstützt. So gibt der Sessel auch den Betroffenen selbst ein Stück Eigenständigkeit im Alltag zurück.
 
Ganz günstig ist ein solches Hilfsmittel nicht. Es gibt jedoch Mittel und Wege, einen solchen Reha-Sessel zu finanzieren.

Grundsätzlich können die Kosten für einen Reha-Sessel von der Kasse übernommen werden. Sie gelten als Hilfsmittel, weshalb in ihrer Mobilität eingeschränkte Personen unter bestimmten Voraussetzungen einen Anspruch auf einen solchen Sessel haben. Sind diese Voraussetzungen erfüllt, können sie einen Pflegesessel beantragen bei der Krankenkasse. Für Mitglieder einer gesetzlichen Kasse gilt für den Hilfsmittelantrag für die Krankenkasse §31 Abs. 1 Nr. 3 SGB IX. Er gilt für Mittel, die die Teilnahme am alltäglichen Leben wieder ermöglichen oder erleichtern.

Wenn ein solches Hilfsmittel bei einer Krankenkasse beantragt wird, besteht jedoch nicht immer die freie Auswahl, welcher Reha-Sessel es genau werden soll. Viele Kassen fördern funktionelle Modelle. Ein elegantes, wohnliches Design steht für sie im Hintergrund. Ist ein Sessel mit Aufstehhilfe sinnvoll, wird die Kasse einen solchen auch bezahlen. Schön muss er aber eben nicht sein. Auch Zusatzfunktionen, die nicht unbedingt notwendig sind, werden in der Regel nicht finanziert, auch wenn sie den Alltag ein weiteres Stück einfacher und komfortabler machen würden.

Das gilt auch für die Optik. Soll es optisch ein schönes Modell werden, lohnt sich aber mitunter eine Nachfrage, welche Mittel die Kasse zahlt und ob sie im Zweifel das gewünschte Modell zumindest bis zu dem Betrag bezuschusst, den ein genehmigter Reha-Sessel kosten würde. So lassen sich die selbst zu tragenden Kosten mitunter deutlich senken.

Würde ein Reha-Sessel das Leben des Betroffenen und der Pfleger deutlich aufwerten und würde er die Kasse auch aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten – etwa bei Pflegekosten – günstiger zu stehen kommen, ist eine teilweise Kostenübernahme ohne Verschreibung ebenfalls möglich. Dann wird ein Zuschuss beantragt, den die Kassen immer im Einzelfall prüfen. Hier gilt es, einen langen Atem zu haben, denn nicht immer wird ein solcher Zuschuss zum Reha-Sessel sofort und im gewünschten Umfang genehmigt.

Hinweis:
Die Kostenübernahme für Hilfsmittel (hier: „Pflegesessel“) ist bei den gesetzlichen Krankenversicherung generell nur möglich, wenn diese im Hilfsmittelverzeichnis aufgeführt ist. Die Privaten Krankenkassen ist diese Situation oftmals ganz anders, hier sollte immer das individuelle Gespräch geführt werden.

Sozialgesetzbuch (SGB XII)
Zwölftes Buch
Sozialhilfe

Stand: Zuletzt geändert durch Art. 16 G v. 10.12.2021 I 5162

 

 

 

§ 53 SGB XII Leistungsberechtigte und Aufgabe

(1) Personen, die durch eine Behinderung im Sinne von § 2 Abs. 1 Satz 1 des Neunten Buches wesentlich in ihrer Fähigkeit, an der Gesellschaft teilzuhaben, eingeschränkt oder von einer solchen wesentlichen Behinderung bedroht sind, erhalten Leistungen der Eingliederungshilfe, wenn und solange nach der Besonderheit des Einzelfalles, insbesondere nach Art oder Schwere der Behinderung, Aussicht besteht, dass die Aufgabe der Eingliederungshilfe erfüllt werden kann. Personen mit einer anderen körperlichen, geistigen oder seelischen Behinderung können Leistungen der Eingliederungshilfe erhalten.
 
(2) Von einer Behinderung bedroht sind Personen, bei denen der Eintritt der Behinderung nach fachlicher Erkenntnis mit hoher Wahrscheinlichkeit zu erwarten ist. Dies gilt für Personen, für die vorbeugende Gesundheitshilfe und Hilfe bei Krankheit nach den §§ 47 und 48 erforderlich ist, nur, wenn auch bei Durchführung dieser Leistungen eine Behinderung einzutreten droht.
 
(3) Besondere Aufgabe der Eingliederungshilfe ist es, eine drohende Behinderung zu verhüten oder eine Behinderung oder deren Folgen zu beseitigen oder zu mildern und die behinderten Menschen in die Gesellschaft einzugliedern. Hierzu gehört insbesondere, den behinderten Menschen die Teilnahme am Leben in der Gemeinschaft zu ermöglichen oder zu erleichtern, ihnen die Ausübung eines angemessenen Berufs oder einer sonstigen angemessenen Tätigkeit zu ermöglichen oder sie so weit wie möglich unabhängig von Pflege zu machen.
 
(4) Für die Leistungen zur Teilhabe gelten die Vorschriften des Neunten Buches, soweit sich aus diesem Buch und den auf Grund dieses Buches erlassenen Rechtsverordnungen nichts Abweichendes ergibt. Die Zuständigkeit und die Voraussetzungen für die Leistungen zur Teilhabe richten sich nach diesem Buch.

 

Förderungsmöglichkeiten: Pflegesessel

 
  • Adipositas
  • A.L.S. (Amyotrophisch-laterale-Sklerose)
  • Anamnese durch Impfschäden oder Medikamente
  • Apallisches Syndrom (Wachkoma)
  • Arthrose
  • Ataxie
  • Bandscheibenoperation
  • Bandscheibenvorfall
  • Bandscheibenvorwölbung
  • Bariatrie-Krankheit
  • Bechterew-Krankheit
  • Bechterewsche Krankheit
  • Beckenvenenthrombosen
  • Beinveneninsuffizienz
  • Beinamputationen
  • Blasenschwäche
  • CVA (Zerebral-vaskuläre Anfälle)
  • Cerebralparese
  • Chorea
  • Huntington
  • DHDS
  • Degenerative Bandscheibenerkrankungen (Bandscheibenvorfall und Bandscheibenvorwölbung)
  • Denervierte Lähmung
  • Dekubitus
  • Dekonditionierung
  • Erkrankungen aus dem Bereich der Beinveneninsuffizienz
  • Facettensyndrom
  • Fettleidigkeit (Obesitas)
  • Fibromyalgie
  • Gendefekt
  • Geriatrische Erkrankung
  • Huntington HMSN (Neurale Muskeldrophie)
  • Hernie (Bandscheibenvorfall)
  • Herzinsuffizienz
  • Hemiplegie
  • Hexenschuss
  • Hüftbeschwerden
  • Hüft-Totalprothesen
  • postoperative Begleitung nach Einsatz eines künstlichen Hüftgelenkes
  • Impfschaden
  • Sessel-Kostenübernahme durch das Versorgungsamt
  • Infantile ZerebralpareseIliosakralgelenk-Syndrom für Gesäßschmerz
  • Kinderlähmung
  • Kniegelenkversteifung
  • Krebserkrankung
  • Kolorektales Karzinom (Darmkrebs)
  • Leukämie
  • Lumbalgien
  • Lumboischialgie
  • Lymphstau im Bein-Beckenbereich
  • Lipödem
  • Monoplegie
  • Morbus Darier
  • Morbus Bechterew (Einsteifung der Wirbelsäule)
  • Morbus Huntington
  • Morbus Scheuermann
  • Morbus Sudeck
  • Morbus Pick (Frontotemporale Demenz)
  • Morbus-Price Elephantiasis
  • Morbus Crohn (Chronische Darmerkrankung)
  • Multiples Myelom (Krebserkrankung des Knochenmarks)
  • MS (Multiple Sklerose)
  • MCS (Multiple chemical sensitivity)
  • ME (Myalgische Enzephalomyelitis)
  • Muskelschwund
  • Muskelversteifung
  • Muskeldystrophie
  • Myotone Dystrophie (Muskelschwund)
  • Nierenkarzinom
  • Nierenzellkarzinom (NZK)
  • Niereninsuffizienz
  • Obesitas (Fettleidigkeit)
  • Oberschenkelamputierte
  • Osteochondrose (Knorpelschaden der Wirbelkörper)
  • Osteogenesis imperfecta (Glasknochen)
  • Osteoporose
  • Pankreaskarzinom (Bauchspeicheldrüsenkrebs)
  • Parese
  • Parkinson
  • Pickwick-Syndrom
  • Prader-Willi-Syndrom
  • Prader-Labhard-Willi-Franconi-Syndrom
  • Prostatakrebs
  • Poliomyelitis
  • Postdiskektomiesyndrom
  • Postlaminektomiesyndrom
  • Posttraumatische Dystrophie
  • Pseudospondylolisthesis
  • Rheuma
  • Rheumatische Arthritis
  • Rollstuhlfahrer-Rollstuhlfahrerin
  • Rückenschmerzen
  • Schlaganfall
  • Schleudertrauma (Peitschenhiebsyndrom)
  • SkolioseSpastische Lumbago (Hexenschuss)
  • Spatische Parese
  • Spastiken
  • Schlaganfall - Patienten
  • Schleudertrauma (Peitschenhiebsyndrom)
  • Spinaler Muskelatrophie SMA
  • Spina Bifida
  • Spondylarthrose
  • Spondylitis
  • Spondylolyse
  • Statische Wirbelsäuleninsuffizienz
  • Stiff-man-Syndrom SMS Muskelstarre
  • Flachrücken
  • Hohlkreuz
  • Rundrücken
  • Systemische Skeletterkrankungen
  • Varizen (Krampfadern) an Ober- und Unterschenkeln
  • Wachkoma
  • Wirbelgleiten Spondylolisthesis
  • Wirbelsäulenverformung
  • Wirbelsäulenmetastasen
  • Wirbelsäulenverkrümmung
  • Mehrfachbehinderung
  • Querschnittslähmung
  • Teillähmung